Payerne, FA 18 HORNET, Fliegermuseum..Der letzte Besuch in der Reihe "Arbeitsplätze unserer Mitglieder"

15 kamen, angemeldet waren wesentlich mehr, wo sind sie geblieben, wie wär's mit abmelden?

 

...Doch fertig mit der Polemik, ein erlebnisreicher Tag, bei bestem Wetter schloss die Reihe von Besuchen an Arbeitsplätzen unserer Mitglieder ab. Und jetzt ratet mal, welcher ist der attraktivste? Ja, das wird wohl das Cockpit des FA 18 Hornet sein!

 

Maurice Mattle holte uns ÖV Benutzer pünktlich mit einem komfortabeln Militärbus am Bahnhof ab.

 

Im Flugplatzrestaurant trafen wir dann auf den Rest der Truppe und gemeinsam ging es in das „Musée de l'Aviation Militaire de Payerne, wo uns EX Militärpilot Ueli Aeschlimann durch die Hochblüte der schweizerischen Militäraviatik führte. Die meisten Jets die da standen hat er selber in seiner Karriere geflogen. Ja, zu den Zeiten des kalten Krieges waren es hunderte, erst bei der Mirage begann es zu klemmen, die Stückzahlen schrumpften, was dann bei der Gripenabstimmung den Höhepunkt erreichte, nämlich gar keinen Flieger!

 

Viele Entwicklungen und Upgrades wurden damals von den Schweizer Ingenieuren entwickelt und angepasst, so eine Mündungsbremse der Maschinenkanonen, die eine vertikale Ablenkung des Flugzeuges beim Schiessen verhinderte. Man merkte, Ueli Aeschlimann vertritt noch heute, lange nach seiner Pensionierung, die Schweizer Luftwaffe mit Herzblut.

 

Und nach dem Essen ging es nahtlos über in die Moderne. „Moe“, so Maurice Mattles Fliegername, übernahm und es ging nun über den Zaun in die Realität, fotografieren verboten!, direkt in das Auditorium neben dem modernen Simulatorengebäude und schon nach ein paar Minuten erfuhren wir, wie sich die Profis in den Jets den modernen Luftkrieg vorstellen. Möglichst Luftkämpfe vermeiden und alles was zu einer Bedrohung wird abschiessen, bevor man selber vor das Rohr kommt, oder schlimmer, in den Bann einer Rakete gerät.

 

Übrigens sind das vor allem Waffen aus den USA und die sind geheim, nicht einmal die NATO Partner wissen Bescheid, was da in so einem Suchkopf drin ist, über Nacht aufschrauben gilt nicht.... Dasselbe gilt auch noch für einige andere Komponenten die in den Fliegern installiert sind. Also ist das auch einer der Gründe, wieso Aussenstehend nicht in die Simulatorenräumen dürfen. Dort stehen übrigens 4 miteinander voll vernetzte FA 18 Cockpits, mit denen unsere Top Gun Piloten sämtliche Manöver fliegen können, unterstützt durch die Flugleitung in Dübendorf, die natürlich auch mitvernetzt ist.

 

Weiter gings ins Gruselkabinet, der Waffenkammer, wo die einzelnen Kampfmittel ausgestellt sind. Ich müsste mich sehr zurückhalten, nicht doch einmal einen solchen Such- und Lenkkopf aufzuschrauben. Nach meiner Beobachtung wäre das mit einem Kreuzschlitzschraubenzieher aus dem JUMBO leicht zu bewerkstelligen?!?

 

Moe's Freund, Laurent "Bonbon" Bongard, der mit ihm die Fliegerschule absolvierte zeigte uns nun die ganze Palette der militärischen Hubschrauber, die in der Werft zur Wartung und Bereitstellung standen. Ohne auf die einzelnen Typen, die finden sie unter www.lw.admin.ch eingehen zu wollen, sie waren schon gigantisch in den Dimensionen. Modern ausgerüstet mit Glascockpit, Wärmebildkameras und Seilwinde. Die Helis, die in Kriesengebieten eingesetzt werden, sind mit FLAREs zur Abwehr feindlicher Raketen ausgerüstet. Die Geräte konnten besichtigt und bestiegen werden.

 

Und an dieser Stelle sei erwähnt, alle Referenten, sei es im Museum, oder jetzt auf der Basis, sie strahlen eine Begeisterung aber auch eine Ernsthaftigkeit aus, die ich als ehemaligen Sanitätssoldat nie fühlte.

 

Unterbrochen wurden wir immer wieder durch den sonoren Lärm der startenden und landenden Jets, die „trotz unseres Besuchs“, die Aufgabe des Raumschutzes gewährleisteten.....Auf FL 550 kann's da schon einmal gehen, da sehe man, so Moe, links den Genfersee und rechts den Bodensee. Über welchem Punkt man sich dann genau befinde, das kann einem nur die Moving Map zeigen.

 

Im Jethangar konnten wir unsere Hornets von nahem bestaunen und betasten, Fragen stellen, ins Cockpit sitzen und dann feststellen, dass man mit so einem Geschoss nur dann sicher fliegen kann, wenn man sich täglich damit beschäftigt und fliegt. Der heutige Flug von Moe fiel aus, vielleicht weil ein Treiber gewechselt werden musste, also von wegen, dass unser gesamter Bestand einsatzfähig wäre. Das ist im Ausland auch nicht anders, darum sollte man bei der nächsten Beschaffung etwas grosszügiger einkaufen.

 

Die Jets fielen übrigens durch ihre Sauberkeit auf, das sei in anderen Luftwaffen nicht immer so, sagte Moe. Ganz hinten stand ein Tiger und man konnte gut sehen, dass der Kampfwert dieser Flugzeuge für die heutige Lage nicht mehr genügen. Sie seien aber sehr beliebt und werden von Armeen und privaten gekauft um sie als fiktive Gegner bei Luftkämpfen einzusetzen.

 

Nun gut, wenn man sich die Entwicklung von der Grösse her anschaut, sind die alten Vämpis halt schon klein und niedlich und der Hornet gross und kraftprotzend. Allerdings, auch der ist im Vergleich zu den Eurofightern und Konsorten nicht übermässig powerfull, dafür kann sich der FA 18 Hornet mal rasch computerunterstützt praktisch an Ort „parkieren“, die Situation neu beurteilen und dann „zustechen“.

 

Moe, danke, dass Du uns diesen unvergesslichen Tag ermöglicht hast! Wir kommen wieder!

 

Walter Herrmann